Lektion

Mögliche Fragen – klare Antworten

Was muss ich bei meiner Unterrichtsplanung jetzt anders machen als bisher?

Der Grundgedanke der Unterrichtsplanung ist derselbe wie beim Bildungsplan 2004 – er formuliert, welche Kompetenzen (Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten) die Schüler*innen im Laufe des Unterrichts erwerben sollen. Die Planungsfrage heißt wie bisher: Was müssen die Schüler*innen vorher gelernt haben, damit sie das, was im Plan steht, können? Das heißt: Welche Informationen, Impulse, Aufgaben, Anforderungssituationen, Methoden … könnten ihnen dazu helfen? Unterrichtsplanung bleibt also Lernwegeplanung. Geändert hat sich jetzt:
1. Die Kompetenzen lauten jetzt anders. Ich muss also meinen bisherigen Unterricht (meine Materialien, Themen, Einheiten, Aufgaben usw.) daraufhin überprüfen, ob sie noch zum Bildungsplan 2016 passen
2. Es gibt jetzt die Unterscheidung zwischen prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen (siehe nächste Frage).
3. Die Kompetenzen im Bildungsplan 2004 waren alle auf einem mittleren Erwartungsniveau formuliert (deshalb musste es separate Bildungspläne für die unterschiedlichen Schularten geben). Jetzt gibt es für Sek I (HS/WRS, GMS, RS) drei unterschiedliche Niveaus G, M und E. Also können Schüler*innen jetzt drei unterschiedliche Abschlüsse erwerben (Hauptschulabschluss, mittlerer Bildungsabschluss und Abitur).Siehe auch letzte Frage.
4. Die Klassenstufen, für die die Kompetenzen formuliert sind, haben sich für die Schularten der Sek. I geändert: die Kompetenzen sind nicht mehr für Ende der Klassenstufen 6, 8 und 10 formuliert, sondern für Ende der Klassen 5/6, Ende der Klassen 7/8/9 und für Klasse 10. Ich muss mir also einen Zweijahresplan (Kl. 5/6), einen Dreijahresplan (Kl. 7/8/9) und einen Einjahresplan (Kl. 10) machen.
5. Die online-Plattform des Bildungsplans  bietet ganz rechts jetzt sog. „Beispielcurricula“ (das sind Vorschläge der Unterrichtsplanung für den betreffenden Lernzeitraum, in der alle notierten Teilkompetenzen mindestens einmal berücksichtigt sind).

Worin unterscheiden sich inhaltsbezogene von prozessbezogenen Kompetenzen?

Prozessbezogene Kompetenzen beantworten die Frage: Was lernen Schüler*innen durchgängig, themenunabhängig bis zu ihrem Bildungsabschluss, wenn sie „Reli lernen“ – bzw.: Was können Schüler*innen am Ende, wenn sie „Reli können“? (Antwort: Sie lernen religiöse Phänomene wahrnehmen, darstellen, deuten usw.)
Die inhaltsbezogenen Kompetenzen hingegen beantworten die Frage: Und an welchen fachspezifischen Inhalten, Fragestellungen und Schritten lernen sie das? (Antwort: Anhand der Frage nach dem Menschen, nach Gott, nach Jesus Christus usw. lernen sie z.B. „sich mit Fragen nach Gott (z. B. Wo ist er? Gibt es ihn überhaupt? Wie wirkt er?) auseinanderzusetzen“ (3.1.4.1, Kl. 5/6) oder „die Bedeutung biblischer Texte für die Gegenwart zu erläutern“ (3.2.3.4, Kl. 7/8/9). (Welche biblischen Texte das sein könnten, steht in einem extra Kasten unter den Teilkompetenzen.) Prozess- und inhaltsbezogene Kompetenzen durchdringen sich gegenseitig (schauen Sie unser Kursbild mit dem rotgelben Geflecht an): indem ich inhaltliche Schritte religiösen Lernens erarbeite, arbeite ich zugleich an Prozessen religiösen Lernens. Die prozessbezogenen Kompetenzen sind für den gesamten Bildungsweg formuliert, die inhaltsbezogenen Kompetenzen sind für die Lernabschnitte formuliert (siehe vorige Frage)

Wieso ist bei manchen Teilkompetenzen die Formulierung der Niveaus dreimal gleich?

Die Niveaus sind in der Regel so konstruiert, dass G die Voraussetzung ist für M und dies wiederum die Voraussetzung für E. Aber nicht alle Schüler*innen werden die Leistung auf dem höchsten Niveau erbringen. Daneben gibt es Beispiele für Kompetenzen, über die man nicht nur „teilweise“ verfügen kann. Zum Beispiel „… Bibelstellen … gezielt recherchieren“ oder „sich mit Fragen nach Gott … auseinandersetzen“. Das kann man nicht „teilweise“ können, das sollen und dürfen alle Schüler*innen lernen: In diesen Fällen unterscheiden sich die Formulierung für G. M und E nicht.

Muss ich alle Bereiche in einem Schuljahr aufgreifen?

Nein, aber innerhalb der jeweiligen Klassenstufe (also innerhalb von Kl. 5/6 bzw. innerhalb von Kl.7/8/9 bzw. in Kl.10).

Muss ich in allen meinen Lerngruppen alle Niveaus berücksichtigen?

Das hängt a) von der Schulart und b) von den konkreten Schüler*innen ab: a) Die Haupt-/Werkrealschule strebt einen Abschluss auf G-Niveau an (Hauptschulabschluss, HSA); die Realschule  bietet zwei Abschlüsse an: den HSA Ende Kl. 9 (G-Niveau) und den Mittleren Schulabschluss Ende Klasse 10 (MSA, M-Niveau). Die Gemeinschaftsschule bietet dieselben Abschlüsse an wie die Realschule, dazu den Übergang auf die gymnasiale Oberstufe (E-Niveau). Die Prüfungsleistungen dürfen immer nur auf den Niveaus eingefordert werden, die den genannten Schulabschlüssen entsprechen. b) Die Lernangebote im Unterricht hingegen richten sich nach den Fähigkeiten der Schüler*innen: auch Hauptschüler*innen dürfen Aufgaben auf M- oder E-Niveau angeboten werden, wenn wir ihnen das zutrauen. Lernstarke Schüler*innen dürfen also gefordert werden, lernschwächere Schüler*innen sollen auf dem ihnen angemessenen Niveau gefördert werden.

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