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Der Buß- und Bettag wird protestantisch

Thema Fortschritt

Die Zeitalter, welche auf die Reformation folgten, waren ausgesprochen reich an Katastrophen. Vor allem der Dreißigjährige Krieg führte dazu, dass viele Bußtage abgehalten wurden, zT mehrmals wöchentlich. Alle diese Feiertage waren von den jeweiligen Landesfürsten angeordnet, denn seit der Reformation waren diese als “Summepiskopus” zugleich die Kirchenoberhäupter der Evangelischen in Deutschland.

Typische Protestanten: Oliver Cromwell und sein Team bei dem Versuch, den schweizer Glaubensgenossen zu helfen (Gemäde von C.West Cope, 1872)

Man kann sagen, dass das viele Bußtagsfeiern und die latente Bereitschaft zum “Büßen” allmählich zum Qualitätsmerkmal der Evangelischen wurden. Schwarz blieb die Feiertags-Kleiderfarbe der Gläubigen; der Karfreitag, an dem Jesus für die Sünden der Menschheit hatte leiden und sterben müssen, wurde inoffiziell zum höchsten Feiertag des Kirchenjahres, und bis in die jüngste Vergangenheit haftete dem Protestantismus etwas schuldbeladen Büßerisches und moralinsauer Steifes sowie ein Hang zur Lustfeindlichkeit an.