Thema

Theologische Motive für Bußtage bis zum 19. Jahrhundert

Thema Fortschritt

Die Vorlage für diese Art von Feiern fand sich in den Psalmen und den Prophetenbüchern des Alten Testaments: Dort wird beschrieben, wie das Volk Israel sündigt und so seine Bundestreue zu Gott verrät.

Für die Übertragung dieser Überlieferungen auf die damalige Gegenwart wurden folgende Gesichtspunkte wichtig:

  1. Alle Christen sind zwar vom “ewigen Tod” erlöst, weil sie an Jesus Christus glauben. Das schützt sie aber nicht vor Katastrophen während des irdischen Lebens
  2. Wie die alten Israeliten glauben die Christen an Gott. Aber ihre Streitereien, Kriege untereinander und anderes verwerfliches Handeln zeigen, dass sie Gottes/Jesu Anweisungen nicht mehr befolgen.
  3. Wie schon bei den alten Israeliten verkündigt die religiöse Elite der Christen einen weichgespülten, instrumentalisierbaren Gott der “billigen Gnade” und verbreitet dadurch eine falsche Heilssicherheit.
  4. Drohende (oder schon eingetretene) Katastrophen (Bedrohung, Krieg, Hunger, Seuchen) werden als strafende Reaktion Gottes auf menschliches Handeln gedeutet.
  5. Buße ist hier nicht als Wiedergutmachung zu verstehen, sondern als Selbstreflexion, die zu einer Umkehr im Denken und Handeln führt, und als Flehen zu Gott, dass er den Glaubenden wieder seine Gnade erweist.

Im Text des links angezeigten Liedes kommt diese Haltung beispielhaft zum Ausdruck.
(Die Online-Version des Gesangbuches hier:http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd18/content/zoom/4789461)

Impulse zum Weiterdenken:

  • Was hältst du von der Idee einer göttlichen Einwirkung in die Welt als Strafe für menschliches Verhalten?
  • Vergleiche die Einstellung aus dem Lied mit der modernen Buß- und Bettags-Theologie. Was hat deiner Meinung nach mehr Substanz?
  • Wenn du möchtest, kannst du deine Meinung unten im Kommentarfeld hinterlassen.